Geschäfts­bericht 2019

Energiegeschäft

Gasversorgung

Der Absatz in unserer Gassparte betrug 2019 knapp 1,8 Mrd. kWh und lag damit – wie prognostiziert – unter dem Vorjahresniveau von rund 1,9 Mrd. kWh. Dies ist insbesondere auf zwei Faktoren zurückzuführen: Zum einen war 2019 erneut eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen und damit wieder ein schwieriges Jahr für die witterungsabhängige Gassparte. Zum anderen herrschte im Großkundensegment ein aggressiver Verdrängungswettbewerb mit strategischen Preisstellungen, die oftmals wirtschaftlich nicht mehr darstellbar waren. Konfrontiert mit solchen Angeboten fuhr rhenag eine klare vertriebliche Linie: Kunden, mit denen eine positive Marge nicht länger zu erzielen war, haben wir ziehen lassen. Es wurden keine unwirtschaftlichen Verträge abgeschlossen, allein um Absatzmengen zu halten.

Stromversorgung

Beim Stromabsatz ging es 2019 in die andere Richtung: Hier stieg der Absatz auf rund 211 Mio. kWh und damit gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung von deutlichen Kundengewinnen im überregionalen Vertrieb. Gleichzeitig ist es gelungen, die Kundenbindung im rhenag-Stammgebiet zu erhöhen. Der Rückgang der Kündigerzahlen im Stammgebiet zeigt, dass nach der Vielzahl von Insolvenzen die Kunden bei der Wahl ihres Stromanbieters kritischer geworden sind. Statt sich von Lockangeboten für das erste Belieferungsjahr blenden zu lassen, schauen Kunden genau darauf, wer hinter dem Angebot steht und wie das Unternehmen bewertet wird. Hier haben wir von unserer guten Reputation als vertrauenswürdiger Regionalversorger profitiert – im eigenen Versorgungsgebiet ebenso wie im überregionalen Vertrieb.

Wasserversorgung

Die Absatz- und Umsatzzahlen liegen mit rund 1,5 Mio. m³ Wasser und 3,4 Mio. € (ohne Betriebsführung) leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

energy+: Energienahe Dienstleistungen

rhenag hat 2019 das Geschäft jenseits klassischer Commodities weiter vorangetrieben. Insgesamt befand sich das energy+-Segment 2019 weiter in der Auf- und Ausbauphase. Produktentwicklungen wie etwa die SolarCloud als virtueller Speicher für selbst erzeugten Strom oder auch das eCarsharing-Angebot, das wir 2019 zusammen mit der Stadt Siegburg eingeführt haben, verlangen zunächst einmal Investitionen, denen erst mittelfristig positive Ergebnisbeiträge gegenüberstehen. Auch gehört es zum unternehmerischen Risiko, dass nicht alle energy+-Produkte den Markttest bestehen werden. Gleichwohl sind wir überzeugt, mit unseren sektorübergreifenden Angeboten für mehr Klimaschutz in den Bereichen Strom, Gebäude und Verkehr richtig unterwegs zu sein. Darin haben uns 2019 die politischen Rahmenbedingungen, insbesondere das Klimaschutzpaket der Bundesregierung, einmal mehr bestätigt. Die dort formulierten politischen Ziele und die Neuausrichtung unseres Produktportfolios stimmen im hohen Maße überein.

Regenerative Erzeugung

Schon seit einigen Jahren ist rhenag in der regenerativen Stromerzeugung engagiert. Überregional erzeugen wir Grünstrom im Rahmen des Green GECCO-Konsortiums, eines Zusammenschlusses von 29 Stadtwerken und der innogy SE. Das Green GECCO-Portfolio besteht ganz überwiegend aus Onshore-Windenergieanlagen, die in internationalen und deutschen Windparks betrieben werden.

Der Hauptfokus unseres Regenerativengagements liegt auf regionaler Ebene. Der Windpark im westerwäldischen Höhn, den wir zusammen mit dem benachbarten Partnerunternehmen Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) aus Koblenz betreiben, war 2019 immer wieder von Abschaltungen aufgrund von Wartungs- und Serviceeinsätzen betroffen. Hinzu kam, dass der traditionell windstarke November 2019 sehr schwach ausfiel. Beides führte dazu, dass das überdurchschnittliche Produktionsniveau der starken ersten sechs Monate im weiteren Jahresverlauf nicht gehalten werden konnte. In Summe lag die Grünstromerzeugung von insgesamt 33,5 Mio. kWh 2019 jedoch deutlich über Vorjahresniveau.

Positiv fällt dagegen die Bilanz beim Solarpark in Hachenburg aus, an dem wir über unsere Beteiligung energienatur Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH beteiligt sind. Auch wenn die Solarstrommenge für die zehn Hektar große Freiflächenanlage mit rund 8,5 Mio. kWh in 2019 unter der Vorjahresmenge lag, wurde die Planmenge um gut 8 Prozent übertroffen. Technische Probleme traten über das gesamte Jahr hinweg keine auf.